Ein großer Teil der deutschen Bevölkerung hat noch nie Geld in Aktien investiert oder scheut sich vor dem möglichen Anlagerisiko. Bedingt durch die Zinspolitik der europäischen Zentralbank (EZB) überlegen mehr und mehr Menschen ihr Geld gewinnbringend in Aktien zu investieren. Allerdings ist das Börsenwissen der Deutschen nur mäßig ausgeprägt, sodass viele nicht den Hintergrund einer Aktie oder die Funktionsweise der Börse verstehen. In diesem Artikel möchte ich Dich über die häufigsten Anlagefehler aufklären und Dir zeigen, wie du diese vermeiden kannst.

 

Fehler Nr. 1: Der Handel ohne Grundkenntnisse

Eine der häufigsten Fehler, die besonders Einsteiger betreffen, ist das Handeln an der Börse ohne Grundkenntnisse. Der Aktienhandel ist nicht zu unterschätzen. Doch wem die grundlegenden Kenntnisse fehlen, der läuft schnell Gefahr, viel Geld an der Börse zu verlieren. Gerade die unterfahrenden Anleger achten nicht auf die Preise der Aktien, kennen nicht die wichtigsten Kennzahlen oder kaufen und verkaufen die Wertpapiere zu einem falschen Zeitpunkt. Informiere Dich zunächst über die wichtigsten Grundbegriffe und Regeln im Aktienhandel, damit Dir unerwartete Kosten, Anfangsverluste oder sogar böse Überraschungen erspart bleiben.

  • Wie funktioniert die Börse?
  • Wie entstehen Aktienkurse?
  • Wie eröffnet man ein Aktiendepot?
  • Was ist ein Broker?
  • Was ist eine Dividende?

Gerade in der vergangenen Finanzkrise haben viele Anleger geglaubt, dass ihr Investment sicher sei. Allerdings wurde schnell klar, dass dieses nicht der Fall ist und sie daher große Verluste hinnehmen mussten. Damit Dir so etwas nicht passiert, solltest du genau wissen, in was du investierst. Stelle Dir auch die Frage – Wie ist die Anlage aufgebaut? Zum Börsenwissen gehören zudem auch Grundkenntnisse im Bereich Finanzen.

 

Fehler Nr. 2: Mangelnde Risikostreuung im Portfolio

Streue Deine Investments! Risikostreuung oder auch Diversifikation genannt, ist besonders wichtig, um Deine Investments vor hohen Verlusten am Finanzmarkt abzusichern. Viele Börsenneulinge oder Inhaber kleinerer Depots begehen dabei oft den Fehler, das eingesetzte Kapital nur in eine Aktie oder Fonds zu investieren. Fällt ein Unternehmen oder eine Branche in die Krise, fallen die Wertpapiere und du könntest einen großen finanziellen Verlust erleiden. Aktien sind nicht zu vergleichen mit Sportwetten: Aus diesem Grund solltest du niemals auf nur eine Aktie oder einen Markt bzw. Branche setzten. Dein Ziel sollte ein langfristig erfolgreiches Investment sein!

Viele Anleger investieren ihr Kapital primär in Aktien und Fonds aus dem eigenen Land wie z.B. in Deutschland anstatt in internationale Wertpapiere. Dieses Handeln hat jedoch einen entscheidenden Nachteil: Wenn der einheimische Markt schwächelt, hat diese einen direkten Einfluss auf Dein gesamtes Portfolio. Aus diesem Grund solle der Anteil an einheimischen Aktien etwa bei 20 Prozent liegen.

Auch schlechte Positionen im Depot können auf Dauer Deine gesamte Rendite schmälern. Analysiere deshalb regelmäßig Dein Portfolio und versuche die Verlustpositionen zu verkaufen. Nur wenn du Dir sicher bist, dass diese eine Aktie künftig besser laufen wird, macht es auch Sinn, diese zu halten.

Mein Finanztipp: Die optimale Mischung im Portfolio setzt sich aus breit streuenden Aktien- und Rentenfonds zusammen. Dieses Prinzip hilft Dir dabei, unsystematische Risiken aus Deinem Portfolio zu verbannen. Oft investieren Anleger von ETFs in den MSCI WORLD Index und in den STOXX 50. Jedoch weisen beide Fonds eine hohe Gemeinsamkeit auf, da auch der MSCI WORLD Index in dieselben europäischen Unternehmen investiert, wie der STOXX 50. Über die Factsheets der jeweiligen Anbieter kannst du genau sehen, in welche Länder oder Firmen eine Aktie oder ein Fonds investiert.

Gerade auch Börsenneulinge haben oft nur geringes Kapital, um dieses auch gleichzeitig in verschiedene Aktien zu streuen. Aus diesem Grund empfehle ich die Investition in die Anlageklasse der ETFs (Exchanged Traded Fonds). Diese Anlageform bildet verschiedene Indizes wie z.B. den DAX ab und sorgt gleichzeitig für eine breite Risikostreuung. In meinem Artikel  „Grundlagenkurs ETF“ erfährst Du mehr!

 

Fehler Nr. 3: Mit übermäßigem Handeln zum Erfolg

Statistiken besagen, dass rund 24 Prozent aller Anleger ihr Depot von Jahr zu Jahr verändern. Sogar fünf Prozent der Anleger tauschen ihr Portfolio bis zu zwei Mal im Jahr aus. Eine Börsenweisheit lautet „Hin und her macht die Taschen leer“. Dabei beachten viele Anleger nicht die entstehenden Transaktionskosten, die durch die ständigen Käufe und Verkäufe entstehen können.

Ein häufiges Problem ist, dass Privatanlegern oftmals die Ruhe fehlt, ihre Aktien auch über einen fallenden Kurs hinweg im Portfolio zu halten. Weiterhin neigen viele der Anleger dazu, die Wertpapiere bei einem steigenden Aktienkurs zu früh zu verkaufen. Geduldige Anleger hingegen halten ihre Portfolios über einen längeren Zeitraum und haben im Regelfall eine höhere Durchschnittsrendite, als Anleger die ihr Portfolio jährlich wechseln oder kurzfristig handeln.

Mein Finanztipp: Lasse dich nie beim Aktienkauf von Deinen Emotionen leiten. Angst und Euphorie sind schlechte Ratgeber und können ebenso gefährlich sein. Verfolge besser eine mittel- bis langfristige Anlagestrategie und halte diese auch bei kurzfristigen Marktturbulenzen bei.

 

Fehler Nr. 4: Keine Stoppkurse einrichten

Als Aktienkäufer musst du selbstverständlich keine Verluste bei fallenden Aktienkursen tatenlos hinnehmen. Hierzu gibt es die Möglichkeit sogenannte Stop-Loss-Limit – Kurse zu setzten. Mithilfe dieser Strategie sorgst du zudem für mehr Sicherheit in Deinem Depot: Geht eine Aktie unter einer von Dir festgelegten Preisgrenze „Stoppkurs“, wird diese automatisch verkauft, wenn der Broker zugleich auch einen Käufer findet.

Mein Finanztipp: Mithilfe der Stop-Loss-Limit-Strategie kannst du Deine Anlagen vor drastischen Kursstürzen schützen. Die definierten Stoppkurse sollten dabei immer im Auge behalten werden. Zudem ist es wichtig, den Stoppkurs anzupassen bzw. nach oben verschieben, wenn sich der Kurs einer Aktie positiv entwickelt. Beachte zudem, dass einige Anbieter für die Stop-Loss-Orders Gebühren verlangen können.