Viele Personen stehen oftmals vor der Überlegung, einen angesparten Geldbetrag gewinnbringend am Finanzmarkt zu investieren. Dabei ist es auch entscheidend zu wissen, welche Anlagestrategie eine optimale Risikostreuung in Abhängigkeit der eigenen Bedürfnisse, insbesondere auch mit Hinsicht der Renditechancen bietet.

In dem folgenden Beitrag möchte ich Dir fünf professionelle Anlagestrategien vorstellen, um Dich bei Deiner Entscheidungsfindung zu unterstützen.

Die Anlagestrategien im Überblick

Grundsätzlich unterscheiden sich die nachfolgenden Anlagestrategien im individuellen Produkthorizont, der Schwankungsbreite und den verschiedenen Anlageklassen.

Der Produkthorizont beschreibt die unterschiedlichen Kombinationen und Gewichtungen der verschiedenen Anlageklassen, welche kurz- (mind. 1 Jahr), mittel- (mind. 3 Jahre), oder langfristig (mehr als fünf Jahre) ausgerichtet sein können. Durch diese Kombinationen entstehen unterschiedliche Schwankungsbreiten (Volatilitäten) mit verschiedenen Risiken. Je größer der Aktienanteil einer Anlage ist, desto mehr steigen die Chancen für Kursgewinne. Allerdings werden somit auch hohe Verluste wahrscheinlicher!

Einige Broker bieten bereits verschiedene, zusammengestellte Anlageprodukte bzw. eigene Fonds an, jedoch empfiehlt es sich auf Dauer, ein Portfolio aus verschiedenen Aktien, Anleihen oder Rentenpapieren selbst zusammenzustellen.

  • Anlagestrategie Ertrag

    Diese Anlagestrategie weist durch den geringen Aktienanteil und hohen Bestandteilen von Anleihen und Geldmarktprodukten das geringste Risiko auf. Somit zielt diese Strategie klar auf die Erwirtschaftung moderater und stetiger Erträge ab.

    Schwankungsbreite / Risiko: gering

    Anlagehorizont: mindestens 1 Jahr

    Anlageklassen / Verteilung: 70% Geldmarkt, 20% Anleihen, 10% Aktien

  • Anlagestrategie Balance

    Diese Anlagestrategie weist durch einen erhöhten Aktienanteil und mittleren Bestandteilen von Anleihen und Geldmarktprodukten ein moderates Risiko auf. Somit zielt diese Strategie auf die Erwirtschaftung stetiger Erträge, sowie einer Nutzung zusätzlicher Renditechancen ab.

    Schwankungsbreite / Risiko: gering bis mittel

    Anlagehorizont: mindestens 1 bis 3 Jahre

    Anlageklassen / Verteilung: 40% Geldmarkt, 30% Anleihen, 40% Aktien

  • Anlagestrategie Wachstum

    Diese Anlagestrategie weist durch einen hohen Aktienanteil und einen mittleren Bestandteil von Anleihen ein mittleres Risiko auf. Somit zielt diese Strategie auf die Erwirtschaftung überdurchschnittlichen Wertentwicklung ab.

    Schwankungsbreite / Risiko: mittel

    Anlagehorizont: mindestens 3 Jahre

    Anlageklassen / Verteilung: 0% Geldmarkt, 40% Anleihen, 60% Aktien

  • Anlagestrategie Dynamik

    Diese Anlagestrategie weist durch einen sehr hohen Aktienanteil und einen geringen Bestandteil von Anleihen ein mittel bis hohes Risiko auf. Somit zielt diese Strategie auf die Erwirtschaftung einer deutlich überdurchschnittlichen Wertentwicklung ab.

    Schwankungsbreite / Risiko: mittel bis hoch

    Anlagehorizont: mindestens 3 Jahre bis mehr als 5 Jahre

    Anlageklassen / Verteilung: 0% Geldmarkt, 20% Anleihen, 80% Aktien

  • Anlagestrategie Chance

    Diese Anlagestrategie setzt ausschließlich auf Aktien und weist ein hohes Risiko auf. Somit zielt diese Strategie auf die Erwirtschaftung einer mehr als deutlich überdurchschnittlichen Wertentwicklung ab.

    Schwankungsbreite / Risiko: hoch

    Anlagehorizont: mehr als 5 Jahre

    Anlageklassen / Verteilung: 0% Geldmarkt, 0% Anleihen, 100% Aktien

Zusammenstellung eines Wertpapierportfolios

Im nächsten Schritt geht es darum, ein Aktienportfolio entsprechend der gewählten Strategie zusammenzustellen. Dabei kommt es nicht nur auf die Auswahl der Aktien, sondern auch auf das Risiko an, welches durch einen guten Mix möglichst gering zu halten ist.

Wie finde ich die richtigen Aktien?

Zu diesem Thema gibt es bereits zahlreiche Fachbücher und verschiedenste Herangehensweisen. Grundsätzlich nutzen viele Anleger zwei verschiedene Ansätze. Die technische und die historische Chartanalyse.

Die technische Analyse befasst sich u.a. mit der Betrachtung und der Auswertung von Kursverläufen über einen längeren Zeitraum und der einhergehenden Interpretation von Charts. Hierbei ist es besonders hilfreich nach auffälligen Werten, insbesondere auch nach eindeutigen Trends zu suchen, die auf einen zukünftig „stabilen“ Auf- bzw. Abwärtstrend hindeuten. Beispielsweise ist ein erfolgreiches Unternehmen oft auch morgen noch erfolgreich, ohne dass dieser Erfolg bereits in den Kursen ersichtlich ist. Gute Beispiele sind hierbei bei Unternehmen zu finden, die für einen Konsumgütermarkt produzieren wie z.B. Procter & Gamble, Amazon oder die Beiersdorf AG.

Weiterhin kann eine Orientierung auch anhand der Entwicklung einer Aktie in Bezug auf die Vergangenheit vorgenommen werden. Diese „Trendfolgestrategie“ ist dabei auch eine gute Prognose für die Zukunft.

Im Regelfall bieten die Broker bereits Fundamentaldaten und Informationen zu den jeweiligen Aktien an. Die Fundamentaldaten geben Dir dabei Aufschluss über den Gewinn je Aktie, dem Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV), der Rendite in Prozent oder der bisher ausgeschütteten Dividende je Aktie an. Die Performancedaten geben Dir zudem Aufschluss über die Kursentwicklungen eines längeren Zeitraumes.