Keine Rendite ohne Risiko? Wenn Dir also eine höhere Rendite versprochen wird, ist das keine risikolose Verzinsung, sondern ein „Risikoaufschlag“. Risikozuschläge sind keine Zinsen. Es gibt also nichts für Dich geschenkt. Der Preis für mehr Ertrag ist ein höheres Risikowagnis, das Du eingehen müsstest. Beachte bei Deiner Investition, welche Risikoprämien sich lohnen und welche dieser Produkte zu Dir passen! Ein guter Index zur Bewertung von Anlageprodukten ist die Volatilität zur Bestimmung des Anlagerisikos, als auch das Shape Ratio zur Bewertung des Chance-Risiko-Profils. Diese werden im Folgenden erklärt.

 

Volatilität – die Schwankungsbreite im Kursverlauf

Der Begriff „Volatilität“ beschreibt die Schwankungsbreite – also die möglichen Schwankungen der Kursverläufe u.a. von Devisen, Aktien oder Rohstoffen. Je höher die Chance auf eine Rendite ist, desto höher ist das Risiko bzw. auch die Volatilität der Finanzanlage in ein Finanzprodukt. Beispiel: Wenn ein Kurs eines Anlageproduktes innerhalb eines bestimmten Zeitraumes mehrere Berg- und Talfahrten durchläuft, wird von einem großen Schwankungsbereich, also einer hohen Volatilität gesprochen.

Wie kann die Volatilität berechnet werden? Für die Berechnung der Kennzahl werden zunächst die Kursstände über einen bestimmten Analysezeitraum von einem Jahr herangezogen. Als Messwert wird dann der Mittelwert aller Kursstände innerhalb eines frei von Dir zu definierenden Zeitraumes (z.B. Monate, Quartal) herangezogen. Die Volatilität berechnet sich dabei aus den Abweichungen des Mittelwertes nach oben bzw. nach unten.

  • Volatilität: Wurzel aus [1/N*((X-Z)²+(Y-Z)²)]
  • Die Variabel n entspricht der Anzahl der betrachteten Zeitabschnitte
  • Die Variabeln X und Y stehen für die einzelnen Kursstände
  • Die Variabel Z stellt ermittelten den Mittelwert dar

Besonders interessant ist es, die Volatilität auch für die zukünftige Kursentwicklung zu bestimmen. Dieses wird nur dann möglich, wenn Du zur Berechnung die Preise der Optionen heranziehst, die bereits durch Anleger für einen Kauf in der Zukunft gesichert wurden. Somit kannst Du mögliche Kursverläufe mit einer überdurchschnittlichen Wahrscheinlichkeit bestimmen.

 

Sharpe Ratio – das Optimale herausholen

Wer gerade bei der Zusammensetzung eines Portfolios mit Aktienfonds viel Wert auf ein optimales Chance-Risiko-Profil legt, kann mithilfe der Kenngröße des „Sharpe Ratio“ eine passende Auswahl treffen. Die Kenngröße Sharpe Ratio wurde nach dem US-amerikanischen Wirtschaftswissenschaftler William Sharpe benannt und betrachtet neben der Performance des jeweiligen Fonds auch das Verhältnis zwischen Risiko und Ertrag. Wie ist das zu verstehen? Die Aktienfonds werden von sogenannten Fondsmanager verwaltet, die das Vermögen des jeweiligen Fonds (Geldmarktfonds, Rentenfonds, Aktienfonds, Immobilienfonds, Mischfonds oder Dachfonds) professionell verwalten und überdurchschnittlich vermehren sollten.

Das Sharpe Ratio soll Dir dabei konkret helfen, die folgenden Fragen zu beantworten:

  • Wie viel Risiko ist ein Fondsmanager eingegangen?
  • Welche Rendite hat der Fondsmanager mit dem Risiko erreicht?

Was genau sagt die Kennzahl aus? Der ausgegebene Wert des Sharpe Ratio zeigt Dir den erwirtschafteten Ertrag eines Fonds nach Abzug des risikofreien Zinses (Vergleichswert einer risikolosen Anlage). Eine hohe Kennzahl sagt aus, dass der Manager im Vergleich zu einer risikolosen Anlage eine höhere Rendite erzielte.

  •  Sharpe Ratio = [(Performance eines Fonds) – (risikoloser Zinssatz)] / Volatilität

Werden mehrere Fonds untereinander verglichen, ist i.d.R. der Fonds mit dem höchsten Sharpe Ratio zu empfehlen. Dieses bietet den klaren Vorteil, dass mit dem Sharpe Ratio auch Fonds aus verschiedenen Anlagekategorien miteinander und untereinander verglichen werden können. Somit kann ein Aktienfonds beispielsweise eine höhere Sharpe Ratio aufweisen als ein Renten- oder Hedgefonds, auch wenn die absolute Rendite dessen niedriger ausfällt.