In meinem ETF-Grundlagenkurs habe ich Dir bereits die wichtigsten Informationen und Basics rund um das Thema ETFs (Exchange Traded Funds) bereitgestellt. Falls du Dich bereits näher mit dieser Anlageklasse beschäftigt hast, sind Dir mitunter die verschiedensten ETF-Namen wie z.B. „iShares TecDAX® UCITS ETF“ oder „Amundi S&P 500 UCITS ETF C Hedged EUR“ aufgefallen. Viele dieser Namen klingen zunächst sehr kryptisch – dennoch verbirgt sich dahinter eine einfache Logik.

In diesem Artikel möchte ich Dir diese Logik im Aufbau der ETF-Namen vermitteln und Dir die wichtigsten Begriffe erläutern.

Der Grundaufbau der ETF-Namen

Im Grundaufbau setzt sich der ETF-Name aus vier Hauptbestandteilen zusammen, woraus du schnell die wichtigsten Merkmale erkennen kannst. Die zwei wichtigsten Angaben, die immer in einem ETF vorkommen, ist der Anbietername (Emittent) und der Name des zugrunde liegenden Indexes. An dem abgebildeten Beispiel erkennst du zunächst, dass es sich um einen ETF des Anbieters Amundi und dem Index S&P 500 handelt.

Die größten Fondsgesellschaften sind zurzeit iShares, Blackrock und db x-trackers der deutschen Bank, sowie zahlreiche weitere ETF-Anbieter wie Amundi, Comstage, Deka und UBS.

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Der Name des Index

In unserem Beispiel ist der Index S&P 500 aufgeführt und umfasst die Aktien von 500 der größten börsennotierten US-amerikanischen Unternehmen. Der S&P 500 ist zudem nach der Marktkapitalisierung gewichtet und gehört zu den meist beachteten Aktienindizes der Welt. Weiterhin lassen sich aus dem Namen noch weitere Details bestimmen.

UCITS – Regulatorische Hinweise

Auch findet man häufig die regulatorischen Hinweise in einem ETF-Namen, wie auch die Abkürzung „UCITS“. Diese sogenannten UCITS-Richtlinien beinhalten verschiedene Anforderungen, an welche sich die Fonds innerhalb des europäischen Raumes halten müssen. Diese Anforderungen dienen in erster Linie zum Schutz der Anleger. Im Detail werden Mindestanforderungen bezüglich der Diversifikation (Risikostreuung), oder der Replikationsmethode eines ETFs klar definiert. Dementsprechend fordern die UCITS-Richtlinien, dass synthetisch abgebildete ETF Indizes den Anteil der Swaps am Fondsvermögen maximal 10 Prozent betragen darf. Die Zielsetzung dabei ist es, das Risiko des Fonds zu verringern.

Die Replikationsmethode (physisch oder synthetisch) und das Fondsdomizil wird nur gelegentlich im ETF-Namen aufgeführt. Nähere Informationen zu den unterschiedlichen Replikationsmethoden findest du im Beitrag „ETF Replikationsmethoden im Vergleich„.

Achtung: Auch eine Unterscheidung zwischen ETCs, ETNs und ETFs wichtig. Dadurch, dass ETCs und ETNs Schulverschreibungen von Banken darstellen, ist das Kapital nicht wie bei den ETFs und Fonds als Sondervermögen geschützt. Weitere Informationen findest du im Beitrag „ETNs und ETCs im Vergleich„.

Die Merkmale der Anteil-Scheinklasse

Im letzten Abschnitt eines ETF-Namens befinden sich meist verschiedene Zusatzangaben der sogenannten „Anteil-Scheinklasse“. Wichtig ist zunächst, das ein Fonds mit mehreren Anteil-Scheinklassen in unterschiedlichen ISIN – Nummern (Internationale Wertpapier-Kennnummern) existieren kann. Diese unterscheiden sich beispielsweise in der Höhe der Gebühren, der Währung, sowie in der Art der Ertragsverwendung. Diese Merkmale werden jedoch je nach ETF-Anbieter unterschiedlich abgekürzt. Prinzipiell gibt Dir die Anteil-Scheinklasse Auskunft darüber, ob du als Anleger ein Fremdwährungsrisiko eingehst,

In der Anteil-Scheinklasse kannst du auch die Art der Ausschüttung erkennen. Einen thesaurierenden Fonds erkennst du an den Abkürzungen Acc und C, einen ausschüttenden Fonds an den Kürzeln Dist, Dis oder D. Weiterhin wird die Währung, in welche der ETF notiert ist angegeben. Liegt eine andere Währung, als die des Indexes vor, kann über den Zusatz „Headged“ eine Währungsabsicherung, als Schutz gegen Finanzrisiken wie Preis- oder Wechselkurs-Schwankungen zusätzlich bestehen.

Der Zusatz (DE) bedeutet, dass der Fonds seinen Sitz in Deutschland hat. Wenn Dir der ETF-Namen keine Auskunft über die Ertragsverwendung liefert, kannst du diese Informationen im Kurssnapshot Deines Onlinebrokers, oder den Fondsinformationen des Emittenten entnehmen.

Achtung: Gehebelte ETFs erkennst du an den Abkürzungen wie Leveraged, Double, 2x oder 3x. Risikofreudige Investoren können hierbei die Bewegungen von Indizes mit den Faktoren zwei oder drei „hebeln“. ETFs mit dem Hinweis „Short“ setzen hingegen auf fallende Kursverläufe. Diese sogenannten Short- und Leveraged-Produkte weisen ein erhöhtes Risiko auf und sind nicht für Anfänger geeignet.

Eine weitere Unterscheidung gibt es zudem zwischen den Short- und Anleihen-ETFs. Anleihen-ETFs mit dem Zusatz „Short“ bezeichnen im Gegensatz zu fallenden Short-ETFs nur kurz laufende Titel.