Mit über 1.800 ETFs auf dem Markt und jährlich über 150 neue Fonds die hinzukommen, ist es mitunter schwierig zu bestimmen, welches Produkt in Deinem Portfolio am besten funktioniert. Wie unterscheiden sich ETFs und welche Kennzahlen solltest Du vergleichen, um die richtigen ETFs zu finden? Die Anlage in ETFs ist äußerst transparent und gerade für Einsteiger und „Faulpelze“ geeignet. In diesem Beitrag möchte ich Dir die Kriterien aufzeigen, mithilfe dessen Du die passenden ETFs für Dein Portfolio auswählst.

Du hast noch nichts über ETFs gehört? Hier geht es zu meinem „ETF-Grundlagenkurs„.

 

Schritt 1 – Deine Strategie zum Erfolg

Die Auswahl eines geeigneten ETFs ist abhängig von Deiner gewählten Strategieausrichtung. Die Strategie wird mitunter durch die verschiedenen Indizes bestimmt, die durch die ETFs abgebildet werden sollen. Im folgenden erfährst du Punkte zur Bestimmung Deiner Strategie.

  • Gewichtung - Die "Asset-Allokation"

    Eine Gewichtung ist notwendig, um Dein Depot gegenüber starken Kursschwankungen einzelner Indizes abzusichern. Hierzu können Anleihen- und Rohstoff-ETFs die notwendige Stabilität bewirken, jedoch bremsen diese auch gleichzeitig Deine Rendite aus. Du könntest also 70 % Deines Geldes in Aktien-ETFs und 30 % in Anleihen- oder Rohstoff-ETFs investieren. In diesem Zusammenhang ist es auch entscheidend, mit wie vielen unterschiedlichen Indizes du Dein Depot aufbaust. Je mehr Aktien ein ETF beinhaltet, desto breiter ist die Risikostreuung.

    Mein Finanztipp: Achte nicht nur darauf, welche Aktien oder Anleihen ein ETF besitzt, sondern auch, wie diese gewichtet werden. Einige Indizes gewichten ihre Bestände mehr oder weniger gleichmäßig, während andere einem oder zwei großen Namen (wie z.B. Google, Facebook, Amazon, etc.) erlauben, die „Last“ zu tragen. Einige ETFs streben ein breites Marktengagement an, während andere ETFs Risiken eingehen, um eine verbesserte Outperformance (höhere Wertentwicklung) gegenüber dem Markt zu erreichen. Gehe also nicht davon aus, dass alle ETFs gleich sind – Sie sind es definitiv nicht!

  • Anlageziele bestimmen

    Nach der Bestimmung der Gewichtung ist es notwendig festzulegen, wo und nach welchen Kriterien Du eine Investition tätigen willst. Beispielsweise kannst Du einen ETF nach bestimmten Regionen (Europa, USA, China, etc.), Branchen (IT-Sektor, Agrar, Finanz, etc.), Kennzahlen (Rendite, Wachstum/Entwicklung, Unternehmen, etc.), Nachhaltigkeit (u.a. erneuerbare Energien) und weiteren Faktoren heranziehen.

    Dein Vorteil: Mit ETFs kannst Du transparent und kostengünstig in nahezu jede Branche, Region oder Anlageklasse auf der Welt investieren. Dadurch lässt sich Dein Depot nach Deinen individuellen Wünschen und Bedürfnissen gestalten.

  • Ordergebühren

    Der Kauf von ETFs ist im Regelfall mit Ordergebühren verbunden. Je nach Anbieter können diese unterschiedlich ausfallen. Vergleichen lohnt sich. Dieses sollte aber kein Kriterium sein, Dein Depot nach Deinen Vorstellungen zu gestalten.

    Mein Tipp: Einige Anbieter bieten bereits ab 25€ kostenlose ETF-Sparpläne ohne Ausgabeaufschläge an. Wie Du einen ETF-Sparplan anlegst, erfährst Du in meinem Artikel „In drei Schritten zum ETF-Sparplan„.

     

 

 

Schritt 2 – Auswahl der passenden Indizes

Die Grundlage einer Strategie besteht nun. Jetzt ist es wichtig, einen passenden ETF zu finden, um diese Strategie im Depot so gut wie möglich umsetzen. Wie Du die richtigen Fonds findest zeige ich Dir anhand der folgenden Punkte:

  • Gesamtkostenquote

    Die Kennziffer Total Expense Ratio (TER) gibt Dir Aufschluss über die jährlich anfallenden Kosten, die der ETF-Betreiber von Dir erhält. Die größten und bekanntesten Indizes weisen eine TER im Bereich von 0,1 – 0,3 Prozent auf. Dieses ist sehr niedrig. Im Gegensatz dazu weisen spezialisierte ETFs höhere laufende Kosten aus. Zudem kann ein ETF bei verschiedenen Anbietern zu unterschiedlichen TER angeboten werden.

    Beachte: Aktiv gemanagte Investmentfonds weisen meistens eine jährliche Gebühr von ca. zwei Prozent auf. Mithilfe der ETFs kannst Du also Deine Kosten angenehm niedrig halten. Dieses wirkt sich zudem positiv auf Deine Rendite aus!

  • Fondsvolumen

    Das Fondsvolumen wird als das gesamte Kapital eines Fonds bezeichnet. Dieses entspricht der Summe der an Anleger ausgegebenen Fondsanteile zum Marktpreis. Je größer ein ETF bzw. dessen Fondsvolumen ist, desto besser ist dieser auch an der Börse handelbar.

  • Ausschüttung von Zinsen und Dividenden

    Thesaurierende Fonds legen die erwirtschafteten Renditen automatisch wieder an. In diesem Fall werden die erwirtschafteten Renditen nicht ausgeschüttet, sondern direkt in den Fonds automatisch reinvestiert, sodass ein dynamisches Wachstum entsteht. Bei ausschüttenden Fonds werden die Erträge regelmäßig an Dich ausbezahlt.

  • Die Höhe des "Tracking Errors"

    ETFs wurden entwickelt, um Indizes möglichst genau abzubilden. Wenn ein Index um 10,25 Prozent steigt, sollte ein Fonds ebenfalls um 10,25 Prozent steigen. Aber das ist selten der Fall und lässt sich nicht verhindern. Dieses kann durch eine Renditedifferenz ausgelöst werden, die sich wiederum aus den Verwaltungsgebühren des ETFs ergeben. Dieses Abweichungsrisiko wird als „Tracking Error“ bezeichnet.

 

Fazit

ETFs bieten Dir viele Vorteile. Allerdings solltest du Dir vor dem Aufbau eines Portfolios eine Anlagestrategie zurechtlegen. Als Anleger solltest du genau darauf achten, was sich hinter einem Index verbirgt und ob der Markt zu Deinen Anlagezielen und Deiner Risikobereitschaft entspricht. Neben Aktien-ETFs eröffnen auch Anleihen-ETFs ein breites Spektrum an Investmentmöglichkeiten. Auch dabei ist eine grundlegende Auswahl und Diversifikation zur Absicherung Deiner Investition unerlässlich.

Auch ist es möglich, in Indizes auf Staatsanleihen oder Unternehmensanleihen oder auch in Indizes mit beiden Segmenten investieren. Wichtige Faktoren für die Auswahl der Produkte sind die Restlaufzeiten der Anleihen, die Finanzkraft der Unternehmen und Staaten sowie schließlich auch die Währung, in denen die Anleihen emittiert wurden.

Als Anleger kannst Du zudem in Smart-Beta-ETFs investieren, die die Wertpapiere nach bestimmten Ansätzen wie zum Beispiel nach der Dividendenstrategie oder der Bewertung von Aktien auswählen. Darüber hinaus ist auch ein Investment in alternative Anlageklassen, wie Rohstoffe oder Immobilien über ETFs möglich.