In meinem ersten Beitrag zum Thema ETFs habe ich Dir die Grundlagen dieser Investitionsmöglichkeit aufgezeigt. Neben teuren und aktiv gemanagten Fonds bieten Dir ETFs viele Vorteile. Warum diese ETFs gerade auch für Privatanleger interessant sind und warum Investmentgrößen wie Warren Buffett und Wirtschaftsnobelpreisträger diese empfehlen, zeige ich Dir in diesem Beitrag.

Faktor 1 – Geringe Kosten

ETFs bieten den Vorteil, dass diese im Vergleich zu klassischen Investmentfonds kostengünstiger sind. Verschiedene Onlinebroker bieten Dir eine große Auswahl an kostenlosen ETF-Sparplänen aus unterschiedlichen Marktbereichen rund um die Welt an. Die Kaufgebühren einzelner ETF-Fonds (ohne Sparplan) liegen im Durchschnitt zwischen 1,5 % und 2,5 % der Order.

Im Gegensatz dazu bringen aktiv gemanagte Fonds oftmals hohe Gebühren in Form von Provisionen, Ausgabeaufschlägen (Agio) und Verwaltungsgebühren mit sich. Dieses liegt nicht nur an den hohen Gehältern der Fondsmanager, sondern auch an den Transaktionskosten des Fonds, die bei Käufen und Verkäufen innerhalb diesem entstehen. Bei börsengehandelten Wertpapieren (z.B. Aktien) können zusätzlich eine Maklercourtage, sowie andere Entgelte anfallen.

Große institutionelle Investoren, betrachtet als Gruppe, haben lange schlechter abgeschnitten als der schlichte Indexfondsanleger, der einfach für Jahrzehnte still sitzt. Ein großer Grund dafür sind die Kosten: Viele Anleger zahlen große Summen an Berater, die wiederum Manager mit hohen Gebühren empfehlen. Und das ist ein Spiel für Verlierer. – Warren Buffett

Vergleicht man dagegen ein ETF, fassen sich viele Gebühren wie z.B. Management-, Index-, Verwaltungskosten und sonstige Gebühren innerhalb der Gesamtkostenquote (TER) zusammen. Im Durchschnitt liegt die Gesamtkostenquote eines ETF zwischen 0,1% und 0,5% im Jahr zuzüglich den Tansaktionskosten, die beim Kauf oder Verkauf eines Fonds entstehen. Der bei Investmentfonds üblich anfallende Ausgabeaufschlag muss im Regelfall nicht gezahlt werden, da die ETFs direkt von einem Broker über die Börse erworben werden. Dieses ist jedoch abhängig von deinem Broker und den jeweils gewählten ETF.

Dein Vorteil: Dadurch, dass ETFs im Vergleich zu aktiv gemanagten Fonds deutlich geringere Kosten aufweisen, wird Deine Rendite entsprechend geringer geschmälert 😉

Faktor 2 – Diversifikation zur Risikostreuung

Bei einer Investition in ein Anlageprodukt gehst du immer ein gewisses Risiko ein. Ein gutes Depot bzw. Portfolio zeichnet sich demnach aus, dieses Risiko möglichst über verschiedene Anlageprodukte zu verteilen. Das Konzept der Portfoliotheorie (CAPM – „Capital Asset Pricing Models“) versucht diese Systematik abzubilden. Dahin gehend wird das Risiko, dass du bei einer Investition eingehst in zwei grundlegenden Risiken eingeteilt – dem systematischen Risiko und dem unsystematischen Risiko. Das systematische Risiko wird durch makroökonomische Veränderungen wie z.B. dem Zinsniveau, Arbeitslosigkeit oder Rezessionen beeinflusst und betrifft den kompletten Aktienmarkt. Unter dem unsystematischen Risiko versteht man alle Risiken eines einzelnen Wertpapieres, welches das jeweilige Unternehmen betrifft. Als Investor hast du auf das systematische Risiko demnach keinen Einfluss.

Dein Vorteil: Das unsystematische Risiko kannst du durch die Streuung deiner Investitionen in möglichst vieler Aktien reduzieren oder durch eine Investition in den kompletten Aktienmarkt (Indizes) gänzlich vermeiden.

Portfoliotheorie

Faktor 3 - Auch für den schmalen Geldbeutel geeignet

Viele meiner Kunden und Freunde wollen an der Börse investieren, haben jedoch nur ein geringes Kapital angespart. Ich befand mich ebenfalls vor einigen Jahren in dieser Situation, als ich das erste Geld investierte. Ich empfehle an dieser Stelle immer und in jedem Fall zu diversifizieren und mehrere Aktien oder Fonds zu kaufen. Bei einem geringen Startkapital wären die Gebühren für jeden Aktienkauf viel zu hoch. Aus diesem Grund solltest du zuerst in ETFs investieren und kannst mit einem vergleichsweise geringerem Betrag  ein diversifiziertes Portfolio kostengünstig und vergleichsweise risikoarm aufbauen. Dazu musst du Dein Kapital nicht aufteilen, sondern investierst dieses zunächst in ein einziges Wertpapier.

Beispielsweise eigenen sich folgende Indizes (Stand 09/2018):

  • Amundi ETF MSCI World UCITS ETF - EUR

Der MSCI World Index bietet Zugang zu den internationalen Aktienmärkten in 23 Industrieländern. Im Januar 2017 enthielt der Index 1.654 Titel.

  • iShares MDAX UCITS ETF

Der MDAX® Index bietet Zugang zu 50 deutschen Mid Cap-Aktien, also Unternehmen mit mittelgroßer Marktkapitalisierung, die im Prime Standard der Börse Frankfurt gelistet sind.

Eine Möglichkeit, um Deine Geldanlage kostengünstig zu automatisieren sind ETF-Sparpläne. In einem Sparplan legst du einen monatlichen Betrag fest, den du in ausgewählte ETFs investieren möchtest.  Diese Beträge werden dann automatisch von deinem Konto abgebucht und über Deinen Broker investiert. Die Mindestbeträge der Sparpläne beginnen bei den meisten Anbietern bei 25€ (zumindest hier) und ab 50€ im Monat.

Dein Vorteil: Die Gebühren sind sehr gering und werden meistens nur prozentual erhoben. Durch einen Sparplan kannst du auch kleinere Beträge kostengünstig und regelmäßig anlegen. Ein Großteil der Broker bieten Dir zudem eine gute Auswahl an kostenlosen ETF-Sparplänen (ohne Ausgabeaufschlag) aus unterschiedlichen Marktbereichen rund um die Welt an.